Rettet die Artenvielfalt!

Am 21. Mai 2019 hat die Fraktion GRÜNE Oberbürgermeister Klaus Eberhardt ein Antragspaket „Rettet die Artenvielfalt“ zur Behandlung im Gemeinderat übergeben. Hier finden Sie einen Überblick über diese zentrale Initiative der Rheinfelder Grünen und den Wortlaut der drei Anträge zum Download.

Die Presse hat ausführlich über die Initiative der Grünen berichtet:https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.rheinfelden-gruene-rettet-die-artenvielfalt.b5e9920e-ab49-4911-b4dc-c6a08b29719c.html

Nach den alarmierenden Meldungen über das Insekten- und Vogelsterben in Deutschland ist vor ca. einer Woche der Bericht der UNO-Organisation IPBES (Weltbiodiversitätsrat) zum weltweiten Artensterben veröffentlicht worden, der an Dramatik kaum noch zu übertreffen ist. Danach ist global jede achte Art vom Aussterben bedroht. Die Menschheit lässt demnach die Natur in rasendem Tempo von der Erde verschwinden. Wir geraten in Gefahr, künftigen Generationen einen Planeten zu hinterlassen, der irreversibel geschädigt ist. Das Problem des Artensterbens hat eine Dimension erreicht, die der des Klimawandels gleich kommt und mit ihm zudem gekoppelt ist. Wie bei den Anstrengungen zum Klimaschutz müssen globale Handlungsszenarien mit lokalem Handeln einhergehen. Erfolge zum Erhalt der Artenvielfalt lassen sich zudem unmittelbar vor Ort ablesen und darstellen.

Die Fraktion GRÜNE im Gemeinderat hält es angesichts des fortschreitenden Artenschwun-des für ein dringendes Gebot, jetzt auf lokaler/interkommunaler Ebene Maßnahmen zu ergrei-fen, die mithelfen sollen, unsere Artenvielfalt zu erhalten bzw. dort, wo sie bereits ver-schwunden ist, zumindest teilweise wiederherzustellen.

Die Arbeitsgemeinschaft „Artenvielfalt“ von Bündnis90/Die Grünen des Ortsverbandes Rheinfelden hat vor diesem Hintergrund ein Antragspaket von drei Anträgen für die Fraktion GRÜNE gebündelt, die hiermit in den Gemeinderat zur Beratung und Beschlussfassung ein-gebracht werden:

  1. Antrag „Pestizidfreies Rheinfelden“: Hierbei soll sich die Stadt u.a. dafür einsetzen, auf allen kommunalen Flächen – auf Kultur- sowie Nicht-Kulturland – auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten und der Bevölkerung die neuen Maßnahmen durch Öffentlichkeitsarbeit näher bringen, um Beschwerden wegen angeblich „schlecht gepflegter“ Flächen zuvorzukommen (Näheres siehe Begründung zum Antrag). Hierbei geht es nicht zuletzt um den immer noch erlaubten Einsatz von Glyphosat. Erst dieser Tage wurden wieder südlich des Friedhofs Karsau bis hin zur Industrie große Flächen mit diesem Pflanzengift besprüht und sind dadurch vergilbt.
  2. Antrag „Artenschutzkonzept“: Die Verwaltung soll beauftragt werden,  ein kommunales Artenschutzkonzept als Beitrag zur Biodiversität zu erstellen und, wenn möglich, Grenzach-Wyhlen, Schwörstadt und/oder Rheinfelden/CH mit einzubeziehen. Ein  Artenschutzkonzept stellt in seiner Detailfülle ein wichtiges kommunales Instrument dar, ähnlich wie das bereits seit Jahren vorhandene und bewährte Klimaschutzkonzept. Mit ihm kann ein umfangreiches Grundlagenwerk geschaffen werden, das als Leitfaden für den Arten- und Naturschutz in Rheinfelden dienen und dem dramatischen Artensterben entgegenwirken soll. (Näheres siehe Begründung)
  3. Antrag „Grenzüberschreitender Workshop ‚Rettet die Artenvielfalt am Hochrhein“: Die Verwaltung soll gebeten werden,einen möglichst grenzüberschreitenden Workshop mit dem Thema „Rettet die Artenvielfalt am Hochrhein“ federführend zusammen mit den Naturschutzverbänden (BUND, NABU u.a.) zu organisieren und grenzüberschreitend am Hochrhein zu einer Expertenrunde einzuladen, um zielführende ergebnisorientierte Diskussionen über die Probleme des Insekten- und Vogelsterbens stattfinden zu lassen und so auch regional eine Ver-netzung der Probleme und Lösungsansätze  am Hochrhein in die Wege zu leiten. Hierbei kann Rheinfelden eine Nukleus-Funktion übernehmen. (Näheres siehe Begründung)

Die Fraktion GRÜNE und der Vorstand des GRÜNEN Ortsverbandes weisen schon jetzt darauf hin, dass das alljährlich für derartige Naturschutzmaßnahmen im Haushalt der Stadt zur Verfügung stehende Geld ebenso wenig ausreichen wird wie der derzeitige Personalstand in der Stadtverwaltung. Entsprechende Anträge werden mit der Beratung des Haushaltsplans für 2020 von uns gestellt.